Warum ich mir die Haare abrasiert habe

Warum ich mir die Haare abrasiert habe

Ich habe schon lange Zeit mit dem Gedanken gespielt meine Haare radikal abzurasieren, denn mir waren meine Haare nie sonderlich wichtig.

Auf dem Bild sieht man mich mit sehr kurzen Haaren
Ich mit meinen Stoppeln 🙂

Meine Haare sind außerdem ziemlich dünn, wodurch sie immer einfach wie durchgegarte Spaghetti an meinem Kopf herunterhingen.

Also hat mein früheres Ich eine To-do Liste mit allen pro und contra Argumenten erstellt. Hauptargument dagegen war der Punkt was andere denken könnten. Hauptargument dafür war wie pflegeleicht so ein paar stoppeln doch wären (und ja das sind sie).

Aber es hat erst einen Aufenthalt in der Psychiatrie gebraucht, dass ich mich getraut habe diesen Schritt zu gehen. Ich habe mich selbstbewusst genug gefühlt einen solchen Schritt zu wagen (das klingt vielleicht etwas dramatisch) und etwas nur für mich zu tun. Es war mir endlich einmal egal was andere von mir denken könnten, ich habe es einfach getan, weil ich es wollte!

Ich habe mir als den Kopf darüber zermartert ob ich es nun tun sollte oder nicht und habe mir dann kurzerhand den Rasierer geschnappt.

Während des Abrasierens hatte ich so ein starkes Gefühl von Euphorie, endlich über meinen Schatten gesprungen zu sein und war so wahnsinnig stolz auf mich. Ich bereue die Entscheidung bis jetzt keine Sekunde lange, denn es ist so schön pflegeleicht! Ich habe nur erst gemerkt, als die Haare ab waren, wie trocken meine Kopfhaut doch ist und Creme sie seitdem mit Kokosöl, Arganöl und Rizinusöl ein.

Aber das was mit am besten daran gefällt ist die Tatsache, dass ich mir nicht mehr ständig die Haare waschen muss, was bei meinen dünnen Haaren immer der Fall war. Trockenshampoo war mein bester Freund und selbst dann musste ich sie ständig waschen.

Das soll jetzt natürlich kein Aufruf dazu sein, dass sich alle die Haare abrasieren sollen. Ich wollte damit nur sagen was die Gründe dafür waren, warum ich es gemacht habe. Ein Grund war vielleicht auch, dass ich das Gefühl hatte, das es von Mädchen/ Frauen eigentlich erwartet wird lange Haare zu haben und ich diese Einstellung falsch finde. Bis jetzt hatte ich fast nur gute Erfahrungen mit den Reaktionen anderer und kann auch damit umgehen, wenn mal ein nicht ganz so toller Kommentar kommt.

Mein rasierter Schädel hat in gewisser Weise auch mein Selbstbewusstsein gesteigert, denn mir ist die Meinung anderer nicht mehr ganz so wichtig wie früher und ich fühle mich wohler in meiner Haut. Ich habe lange Zeit ungerne Bilder von mir gemacht, weil ich nie zufrieden war, was vor allem an meinen Haaren lag. Jetzt gibt es nur die Stoppeln und die können nicht herumfliegen oder falsch liegen was erstaunlicher Weise eine echte Erleichterung ist.

Es war für mich auch irgendwie ein Neuanfang und den habe ich wirklich dringend gebraucht nach dieser dunklen Phase meines Lebens.

Chiara

Hallo, ich bin Chiara und gerade noch dabei meinen ersten Blog aufzubauen. Ich hatte lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen, aber ich fühle ich in letzter Zeit endlich wieder wie ich selbst und würde deshalb gerne meine Erfahrungen teilen. Ich würde mich über Feedback freuen :)

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