Mein Studium mit Depressionen

Mein Studium mit Depressionen

Nach der Schule stand ich nun vor der schwierigen Frage, was ich in meinem Leben machen sollte.

Ein FSJ konnte ich mir eher nicht vorstellen, denn bei viel Freizeit konnte ich nie wirklich etwas mit mir anfangen, also wollte ich studieren, aber es kam nur die Uni im Umkreis in Frage, weil ich es mir einfach nicht leisten konnte von zuhause auszuziehen und Bafög würde ich nicht (viel) bekommen. Also war ich schon mal recht eingeschränkt in der Wahl eines Studiengangs. Noch mehr hat mich allerdings mein recht schlechtes Abi eingeschränkt und so viel meine Wahl auf Biologie, ich wollte sowieso schon seit ich denken kann Biologin werden, aber meine Vorstellungen waren etwas unrealistisch.

Ich habe den Fehler gemacht und nicht schon vor meinem Abitur eine Therapie gemacht, klar im Nachhinein ist man immer schlauer, aber es hätte mein Leben auf jeden Fall vereinfacht. Ich habe also angefangen zu studieren und am Anfang war es wirklich toll, ich habe viele super nette Leute kennen gelernt und die Themen waren recht interessant. Als dann aber immer mehr Mathe und Physik dazu kamen habe ich mich immer überforderter gefühlt, ich konnte mir nichts merken, egal wie oft ich es wiederholt habe. Meine Gedanken sind ständig abgeschwenkt.

Es war dann so weit, dass ich oft grundlos weinen musste und nicht mehr aufhören konnte. Ich habe es zum Glück immer bis zu meinem Auto geschafft bevor die Schleusen brachen, aber es ist kein so tolles Gefühl immer Angst haben zu müssen mitten in der Vorlesung loszuheulen.

Später kamen dann auch noch Panik Attacken dazu, immer wenn ich einen Test, Klausur hatte oder auch nur etwas gefragt wurde. Ich habe mich immer dümmer gefühlt und immer mehr Klausuren nicht bestanden. Der Druck wurde also immer größer und meine Ängste auch. Ich lag die meiste Zeit nur noch im Bett und habe es nicht geschafft zu lernen oder in Vorlesungen zu gehen, die nicht Pflicht waren – und dann auch nicht mehr in Praktika die Pflicht waren.

Irgendwann war es dann so weit und ich habe gemerkt, dass ich so einfach nicht weiter machen kann. Ich bin also zur Studienberatung gegangen und nach meinen Möglichkeiten gefragt. Das einzige was mir in meinem Zustand noch übrig blieb war ein Urlaubssemester und nachdem ich mich noch eine Weile gesträubt habe, denn was sollte ich denn in der ganzen Zeit tun? Ich würde doch nur die ganze Zeit herumliegen und auch nicht mehr schaffen.

So entstand die Idee, dass ich gerne eine Reha machen würde, allerdings kann das recht lange dauern und ich wollte sofort etwas tun, bzw. Hilfe bekommen. Meine Suizidgedanken waren zu diesem Zeitpunkt recht stark und ich wollte einfach nur noch Hilfe.

Und so ging ich dann in die Klapse.

Hier sitze ich nun, in meinem Urlaubssemester, was ich danach mache steht noch nicht fest, aber ich habe Pläne. Es muss sich jetzt nur noch herausstellen ob sie funktionieren 🙂

Chiara

Hallo, ich bin Chiara und gerade noch dabei meinen ersten Blog aufzubauen. Ich hatte lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen, aber ich fühle ich in letzter Zeit endlich wieder wie ich selbst und würde deshalb gerne meine Erfahrungen teilen. Ich würde mich über Feedback freuen :)

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen