Klapse die 1. – Wie ich in die Klapse gekommen bin

Klapse die 1. – Wie ich in die Klapse gekommen bin

Ich dachte immer, wenn es einem psychisch so schlecht geht, dann geht man in die Psychiatrie und es ist erledigt. Aber so einfach ist das ganze leider nicht.

Das Ganze lief so ab, dass ich zum Hausarzt gehen musste und mir von ihm eine Einweisung holen. Als ich dem Hausarzt von meinen Suizidgedanken und den Plänen, die ich mir in meinem Kopf schon zusammen gereimt habe erzählte, durfte ich erst mal nicht mehr raus gehen. Nicht einmal zum Telefonieren, denn meine Eltern mussten mich zu einer Bewertung in die Klapse fahren. Ich saß also in einem Raum bis meine Eltern kamen, um mich mitzunehmen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon echt große Angst, denn die Reaktion der Ärzte kam mir so extrem vor. (Mir ist klar, dass das wahrscheinlich ein ganz normales Protokoll bei Suizidgedanken war).

Auf der Fahrt zu der Psychiatrie wurde mir dann immer übler und ich bekam Panik. Sollte ich da wirklich hin? Ging es mir wirklich so schlecht? Vielleicht übertrieb ich ja nur?

Es steigerte sich so sehr, dass ich mich vor der Klapse übergeben musste (man war das peinlich).

Drinnen wurde ich dann „beurteilt“, mir wurden einfach die üblichen Fragen gestellt. Wie lange es mir schon so geht, wieso, weshalb, warum, … alles ziemlich unspektakulär. Erst als der Arzt dann sagte, dass sie kein Zimmer mehr frei hätten, ich jedoch in das Notfall Zimmer könnte und dort die Nacht verbringen keimte die Panik wieder voll auf. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich jetzt doch noch direkt in die Klapse konnte. Ich hatte nicht einmal Kleidung, Zahnbürste und Co. dabei! Ja, das mag recht banal klingen, aber diese Gedanken machten mir echt zu schaffen. Vor allem auch, dass das Zimmer ständig überwacht wird. Ich wollte also wieder nach Hause und lieber zu einem späteren Zeitpunkt in ein richtiges Zimmer, wenn ich mich mental darauf einstellen konnte und meine ganzen Sachen bei mir hätte.

Es ist echt schwer zu dem Thema ein passendes Bild zu finden – hier noch eines das ich in der Klapse gemalt habe 🙂

Natürlich, als wäre einmal nicht schon genug, musste ich mich danach noch einmal übergeben. Ich hatte immerhin ein paar mehr Informationen bekommen, die mich etwas beruhigten. Zum Beispiel, dass ich mein Handy, Laptop, Rasierer, … mitnehmen durfte. Da fiel mir ein Stein vom Herzen.

Ich musste noch eine Woche warten und konnte dann mein Zimmer in der Klapse beziehen, dass ein wenig an Jugendherberge erinnerte und ich hatte eine Zimmerkumpanin 🙂

Davon dann mehr in dem nächsten Klapse-Beitrag 🙂

Chiara

Hallo, ich bin Chiara und gerade noch dabei meinen ersten Blog aufzubauen. Ich hatte lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen, aber ich fühle ich in letzter Zeit endlich wieder wie ich selbst und würde deshalb gerne meine Erfahrungen teilen. Ich würde mich über Feedback freuen :)

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